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Dr. Claudia Tanck
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Dr. phil. Claudia Tanck

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Geplante Vorträge

Für den Bürgerverein Wentorf, die Freie Lauenburgische Akademie (FLA) sowie den Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg (beide siehe Links), Bezirksgruppen Büchen, Lauenburg und Schwarzenbek, biete ich Abendvorträge kostenlos an.

Lfd. Nr.

Thema

Zeit und Ort

1.

Geschichte der Kirche in Lauenburg

vom Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert


Vor der Schlacht von Bornhöved am Maria-Magdalenen-Tag, dem 22. Juli 1227, gelobte Herzog Albrecht der Legende nach, Maria Magdalena als Dank für den Sieg eine Kirche zu stiften. Diese Legende hat einen realen historischen Hintergrund, denn sowohl die ersten urkundlichen Nachrichten als auch die Baugeschichte der Maria-Magdalenen-Kirche weisen auf eine Gründung des Kirchspiels Lauenburg in der Mitte des 13. Jahrhunderts hin.

In den folgenden Jahrhunderten war die Geschichte der Kirche eng mit dem Lauenburger Fürstenhaus verbunden. Die Ausstattung der Kirche zeugt von Wohlstand und Handelsverbindungen zu den benachbarten Hansestädten einerseits und ist ein Spiegel mittelalterlicher Frömmigkeit andererseits. Einschneidende Veränderungen brachten die Reformation im 16. Jahrhundert und die Verlegung der Superintendentur nach Ratzeburg 1703. Vom 17. bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zeugen Quellen von lebhaften theologischen Diskussionen in der Stadt: Pietismus, lutherische Orthodoxie und Rationalismus fanden in der Pastorenschaft und unter den Gläubigen leidenschaftliche Anhänger und prägten den geistigen Diskurs in der Stadt.

(Kirchengemeinde Lauenburg in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Lauenburg.)  

Montag, 25. Februar 2019, 19.30 Uhr, Lauenburg,
Hohler Weg 2Berkenthin, St. Maria Magdalena, lebensgroße Schnitz-Statue an rechter Chorwand.


2.

Die Stecknitzfahrt zwischen Lüneburg und Lübeck

Als am Maria-Magdalenen-Tag, dem 22. Juli 1398, die ersten Salzprahme unter Glockengeläut in Lübeck eintrafen, war es eine Sensation: Auf dem ersten Wasserscheiden-Kanal Mitteleuropas war der Betrieb aufgenommen worden.
Zur Erleichterung des Salzhandels zwischen Lüneburg und Lübeck waren auf Initiative der Stadt Lübeck die Flüsse Stecknitz und Delvenau durch den „niegen Graben“ zu einer durchgehenden Wasserstraße zwischen Elbe und Trave verbunden worden. Mehr als vierhundert Jahre lang wurden auf diesem Wasserweg Salz, aber auch viele andere Güter transportiert. Der Ausbau der Wasserstraße mit einem ausgeklügelten Schleusensystem war eine technische Meisterleistung des Mittelalters.

Ebenso bedeutend war die Stecknitzfahrt nicht nur für die Wirtschaft der Region, sondern auch für die Hanse, denn ein Großteil des begehrten Konservierungs-Mittels Salz wurde über diesen Kanal nach Lübeck verschifft. Träger des Handels waren die Lübecker Salzfahrer und das Amt der Stecknitzfahrer. Noch heute erinnern technische Relikte im Gelände und Kunstwerke in Kirchen an den lukrativen, aber auch beschwerlichen Salzhandel zwischen Lüneburg und Lübeck.

(Bürgerverein Wentorf e.V.)

Donnerstag, 9. Mai 2019, 19.30 Uhr, Bürgerverein Wentorf, Alte Schule, Teichstraße1/ Hauptstraße, Wentorf bei HH.Alte Salzspeicher an der Obertrave in Lübeck


3.

Herzog Franz II.: Der Weg des Herzogtums
Lauenburg in die frühe Neuzeit


Als Herzog Franz II. am 2. Juli 1619 im Lauenburger Zollhof starb, hörte Lauenburg auf Residenzstadt zu sein, denn sein Sohn und Nachfolger August verlegte, statt das 1616 zu großen Teilen abgebrannte Schloss wieder aufzubauen, die Residenz nach Ratzeburg.

Franz II. war einer der bedeutendsten Herzöge aus der Linie Sachsen-Lauenburg. Stand sein Herrschaftsantritt wegen der Auseinandersetzungen mit seinem älteren und damit erbberechtigten Bruder Magnus zunächst unter keinem guten Stern, wurde Franz II. später zu einem der bedeutendsten Lauenburger Herzöge. Mit der „Ewigen Union der Ritter- und Landschaft“ von 1585 wurde das Verhältnis zwischen dem Herzog und den Ständen bis ins 19. Jahrhundert hinein geregelt. Im selben Jahr wurde die Lauenburgische Kirchenordnung erlassen, die in Teilen bis heute gültig ist, und 1599 wurde mit der „Policey-Ordnung“ in Ratzeburg und Lauenburg erstmalig eine verbindliche Rechtsordnung für die beiden Städte geschaffen. In diesem Vortrag wird das Leben dieses Fürsten, der auch in Lauenburg seine Spuren hinterlassen hat, nachgezeichnet.

(Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Lauenburg, in Kooperation mit dem Forum für Kultur und Umwelt)

Dienstag, 8. Oktober 2019, 19:30 Uhr; Elbschifffahrts-Museum, Elbstraße 59, Lauenburg

4.

Pilgerwege im Herzogtum Lauenburg


In den letzten Jahren hat das Pilgern konfessions-übergreifend eine Renaissance erlebt. Die skandinavische Route des Jakobsweges führt auch durch das Herzogtum Lauenburg. Doch das Ziel muss nicht immer Santiago de Compostela sein, denn auch im Herzogtum Lauenburg gab es im Mittelalter Wallfahrtsorte, die Pilger von Nah und Fern anzogen wie zum Beispiel das wundertätige Marienbild in Büchen-Dorf.

Diesen und andere, weniger bekannte Pilgerorte werde ich vorstellen. Hartmut Kühne (Berlin) wird von Funden mittelalterlicher Pilgerzeichen im Stader Hanse-Hafen berichten, die er ausgewertet hat. Zusammen mit anderen, bisher in der norddeutschen Wallfahrts-Forschung nicht systematisch beachteten Quellen, wie den Papsturkunden und Quellen aus kommunalen und kirchlichen Archiven, entsteht ein neues Bild der norddeutschen Wallfahrts-Landschaft, insbesondere für den Raum zwischen Hamburg, Wismar und Lüneburg. Uwe Brunken (Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg) wird Sie anschließend auf eine kleine Reise auf den wiederentdeckten Pilgerwegen im Herzogtum Lauenburg mitnehmen und einen Einblick in die Pilgerarbeit des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg geben.

(Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppen Lauenburg und Schwarzenbek, in Kooperation mit dem Forum für Kultur und Umwelt)

Mittwoch, 23. Oktober 2019, 19:30 Uhr; Elbschifffahrts-Museum, Elbstraße 59, Lauenburg


5.

Ionien -

Brücke zwischen Griechenland und Orient


Im Mittelpunkt dieses Vortrages steht eine Region, deren Bedeutung für die Entwicklung der griechischen Kultur nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Im 11. und 10. Jahrhundert v. Chr. verließen Menschen Griechenland, um sich an der Küste Kleinasiens niederzulassen. Träger dieser Wanderung war vor allem der griechische Stamm der Ionier, weshalb der Landstrich zwischen Phokaia und Milet auch Ionien genannt wird. An der Küste wurden nach griechischem Vorbild Städte angelegt, die als autonome Stadtstaaten konzipiert waren. Im 6. Jahrhundert v. Chr. kamen diese Städte unter den Einfluss des Lyderreiches und anschließend des Perserreiches, konnten aber stets weitgehend ihre kulturelle und anfänglich auch ihre politische Selbstständigkeit wahren.

Dank dieser Konstellation - zum einen dem Meer zugewandt, zum anderen in das Hinterland eingebunden - wurde Ionien zum Mittler zwischen griechischer und altorientalischer Kultur. Religiöse Vorstellungen der Griechen verschmolzen mit denen der eingesessenen Bevölkerung, wie das Beispiel der Artemis von Ephesos zeigt, und in Ionien liegt auch die Wiege der griechischen Philosophie, die deutliche Einflüsse altorientalischer Weisheitslehren zeigt. Auch die Anfänge der systematischen Stadtplanung und die Übernahme des Münzwesens aus dem benachbarten Lydien liegen in Ionien.

(Freie Lauenburgische Akademie in Zusammenarbeit mit dem Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Schwarzenbek)




Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19:30 Uhr, Amtsrichterhaus, Körnerplatz 10, (nicht Rathaus), Schwarzenbek


6.

Von Ansverus bis zur Nordkirche -

Kirchengeschichte des Herzogtums Lauenburg
unter besonderer Berücksichtigung der
Kirchengemeinde Büchen-Pötrau


Mit dem Mönch und Missionar Ansverus kam in der Mitte des 11. Jahrhunderts erstmals das Christentum in das Gebiet des heutigen Kreises Herzogtum Lauenburg. Aber erst nach der Gründung des Bistums Ratzeburg 1154 wurde eine kirchliche Struktur geschaffen, die in großen Teilen bis heute noch existiert. 1230 war die Bildung der Kirchspiele weitgehend abgeschlossen, und auch die Kirchspiele Büchen und Pötrau existierten damals.

Über das kirchliche Leben vor der Reformation gibt es nur wenige Quellen, aber in jener Zeit war Büchen wegen des wundertätigen Marienbildes ein regional bedeutender Wallfahrtsort. Die Reformation im Herzogtum Lauenburg brauchte 50 Jahre, um 1585 mit der Kirchenordnung von Herzog Franz II. zum Abschluss zu kommen. Im Dreißigjährigen Krieg erlitten viele Kirchspiele im Herzogtum Lauenburg großen Schaden, so auch Büchen und Pötrau, die aufgrund der Zerstörungen an Pastoraten und Kirchen zeitweise zusammengelegt wurden.

Ab dem späten 17. Jahrhundert verlief das kirchliche Leben im Herzogtum Lauenburg trotz mehreren Umbrüchen bei der Landesherrschaft in ruhigeren Bahnen. Die Veränderungen in der kirchlichen Ordnung mit der Eingliederung der Landessuperintendentur Lauenburg in die Schleswig-Holsteinische Landeskirche (1876) und in die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche (1980) sowie die Fusion der Kirchenkreise Herzogtum Lauenburg und Lübeck (2009) wirkte sich auf das Gemeindeleben vor Ort wenig aus. Hier war es eher die rasante gesellschaftliche und politische Entwicklung seit der Mitte des 19. Jahrhunderts, die Veränderungen schufen, wie es sich auch an der seit 1966 vereinten Kirchengemeinden Büchen und Pötrau ablesen lässt.

(Heimatbund und Geschichtsverein Herzogtum Lauenburg, Bezirksgruppe Büchen)

Mittwoch, 6. November 2019, 16 Uhr, Fitzen, Möllers Gasthof.

Anschließend gemeinsames Abendessen, bitte anmelden bis 29. Oktober, Telefon 04155/2924Gotteskasten in der St.-Marien-Kirche Büchen


Foto: Berkenthin, St. Maria Magdalena, lebensgroße Schnitz-Statue an rechter Chorwand.

Foto: Alte Salzspeicher an der Obertrave in Lübeck

Bild: Herzog Franz II. im Titel der Lauen-burgischen Kirchenordnung von 1585, Kirchenkreis-verwaltung Ratzeburg)

Herzog Franz II. im Titel der Lauenburgischen Kirchenordnung von 1585 Lütau, Kirche St. Dionys und St. Jacobus, Namensstein

Foto oben: Aphrodisas, Museum, Statue,

unten: Ephesos, Celsus-Bibliothek, Fassade

Aphrodisas (Türkei), Museum, Statue, Ephesos (Efes, Türkei), Celsus-Bibliothek, Fassade

Foto: Gotteskasten in der St.-Marien-Kirche Büchen

Stand:
13. Mai 2019

Fotos von Manfred Maronde

Bild: Lütau, Kirche St. Dionys und St. Jacobus, Namensstein vor dem Turm)